Lois Hechenblaikner

Geboren 1958 in Reith im Alpbachtal/Tirol, wo er mit seiner Familie lebt. Seit den 1990er-Jahren setzt er sich fotografisch und filmisch mit den Vorder- und Hinterbühnen des alpinen Massentourismus auseinander. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen. Bei Steidl erschienen die Bildbände Winter Wonderland (2012), Hinter den Bergen (2015), Volksmusik (2019) und Ischgl (2020); in Vorbereitung: Intensivstationen (2026) und Nüchtern betrachtet (2026).

„In seinem fotografischen Œuvre geht es Lois Hechenblaikner um die Sehnsüchte, die Menschen auf Urlaub und Freizeit projizieren. Er erforscht, wie der Tourismus unter den Bedingungen einer Wohlstandsgesellschaft in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr zu einer maßlosen Unterhaltungs- und Sinnstiftungsindustrie geworden ist.
Zu sehen sind Menschen, die es sich beim Skifahren und Feiern gerne gut gehen ließen, deren Sehnsüchte sich aber gerade in keinen schönen und geschmackvollen Formen ausdrücken; vielmehr korrespondiert ihnen eine trostlose, in ihren Folgen grausame Phantasielosigkeit. So unterliegt alles, beherrscht vom Alkohol, einer kruden Steigerungslogik. Was als Spaß beginnt, wird zum hemmungslosen Exzess. Wie sich Wintersportler betrinken, entblößen und ihr psychisches Elend offenbaren, zeigt Hechenblaikner in prägnanten Bildern. Die Spielarten menschlicher Selbstdenunziation, die er aufgenommen hat, sind, zumal als Serie, erschütternd.“

Wolfgang Ullrich über Lois Hechenblaikners Werkserie Gaudi Zone

Portrait Lois Hechenblaikner

Foto: Peter Neusser